Rolli und die Rockonauten
Wie die Berliner Mauer den Rock’n’roll spalten wollte.

 

Januar 1961. Ein kleiner Holzschuppen im Ostberliner Vorort Strausberg. An den Wänden hängen Poster von Elvis und Ted Herold, die Regale stehen voller Rock’n’roll-Platten. Während Jo und Wolf auf einem Sofa sitzen und in der neuesten Ausgabe der Bravo blättern, spielt Rolli ein Solo auf seiner E-Gitarre. Eine Fender Stratocaster, für die er zwei Jahre lang nach der Schule gearbeitet hat. Dann nehmen auch die beiden anderen ihre Instrumente und die „Rockonauten“ legen los: „Rock’n’roll ist unser Superheld! Mit Rock’n’roll gehört uns die Welt!“

Der Vierte im Bunde ist Micha. Er hat hier, im Schuppen seiner Eltern, den Ted-Herold-Fanclub eingerichtet. Nun stürmt er herein und unterbricht die Probe, um den Freunden sein neues Kofferradio zu zeigen. Und plötzlich verändert sich das Leben der Jungs: Der Nachrichtensprecher kündigt einen Liederwettbewerb in Westberlin an, dessen Gewinner eine Platte mit dem Musik-Idol Ted Herold aufnehmen darf. Für Rolli und die Rockonauten ist sofort klar, dass sie an diesem Wettbewerb teilnehmen und ihn gewinnen werden. Doch die anfängliche Euphorie verfliegt bald – und ihre Freundschaft wird auf verschiedenste Weise auf die Probe gestellt.

Die zwölfteilige Hörspielreihe „Rolli & die Rockonauten“ erzählt die Geschichte des 17-jährigen Roland Zebisch, der die Monate vor dem Mauerbau am 13. August 1961 in einer Kleinstadt am Rande Berlins erlebt. Zunächst ist es eine harmlose Teenager-Story über die Träume ganz normaler Jungs: Musik machen, mit Mofas durch die Gegend düsen, Partys feiern und Mädchen beeindrucken. Doch schon bald geraten Rolli und seine Freunde in den Blick der DDR-Staatsmacht. Denn ein guter Sozialist und DDR-Bürger darf sich weder für westliche Musik noch für den westlichen Lebensstil interessieren. Die Welt der „Rockonauten“ beginnt, politisch zu werden. Die Jugendlichen müssen sich damit auseinandersetzen, dass sie in einer Diktatur heranwachsen.

Vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse des Jahres 1961 entwickelt sich das Hörspiel, das auf tatsächlichen Ereignissen aus dem Leben des Strausberger Jugendlichen und Begründer des Ted-Herold-Fanclubs Michael Gartenschläger basiert, zu einer Geschichte über Freundschaft und Verrat, das Erwachsenwerden und die erste große Liebe. Immer wieder muss sich Rolli dabei die Frage stellen, was er für seine Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung bereit ist zu opfern.

Ganz besonders als die DDR-Führung die Berliner Mauer bauen lässt…

 

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