Berliner Mauer

 

Sie machte Straßen zu Sackgassen, unterbrach Schienenwege, führte mitten durch Gebäude. Sie trennte Familien und Liebespaare, zerstörte Träume und Leben. Die Berliner Mauer, 156,4 Kilometer lang, teilte die Stadt vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 in Ost und West. Für genau 28 Jahre, zwei Monate und 28 Tage. Ein historischer Überblick.

 

Nach dem Krieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg teilen die Siegermächte Deutschland in vier Besatzungszonen auf: eine amerikanische, britische, französische und sowjetische Zone. Die bisherige Hauptstadt Berlin wird entsprechend in vier Sektoren gegliedert. Obwohl die Siegermächte bei der Potsdamer Konferenz 1945 vereinbaren, die wirtschaftliche Einheit Deutschlands zu wahren und die politische Wiedervereinigung des Landes anzustreben, geschieht das Gegenteil. Zwischen der Sowjetunion und den Westmächten beginnt der Kalte Krieg. Einer der Hauptschauplätze dabei ist Deutschland – und besonders Berlin.

Am 23. Mai 1949 wird in den drei Westzonen die Bundesrepublik Deutschland gegründet; am 7. Oktober desselben Jahres entsteht in der Sowjetischen Besatzungszone die DDR. Berlin bleibt zumindest auf dem Papier eine Viersektorenstadt, entmilitarisiert und unabhängig von den beiden deutschen Staaten. In der Praxis jedoch wird West-Berlin von bundesdeutscher Seite als Bundesland betrachtet; und die DDR erklärt Berlin zu ihrer Hauptstadt.

 

Die Grenze entsteht

Schon Anfang der 1950er Jahre wächst die Kluft zwischen der DDR und der Bundesrepublik. Reparationsforderungen der Sowjetunion und die ineffiziente Planwirtschaft lassen die DDR wirtschaftlich zurückfallen. Immer mehr Bewohner der DDR entscheiden sich zur Flucht: aus wirtschaftlichen aber auch aus politischen und familiären Gründen.

Als Reaktion sperrt die DDR-Regierung am 26. Mai 1952 die Grenze zur Bundesrepublik mit Stacheldraht ab. Auch in Berlin werden einige Straßen gesperrt. Dennoch verbleiben, aufgrund des Status’ Berlins als Alliiertenstadt, 81 Sektorenübergänge, über die der Verkehr weiterläuft. Die Flucht in die Bundesrepublik führt für viele Bürger der DDR deshalb von nun an über West-Berlin. Vor allem junge und gut ausgebildete Leute kehren der DDR den Rücken zu. Das ist einer der Gründe, warum die DDR-Führung 1957 die Gesetze verschärft und das Verlassen der DDR als Republikflucht mit bis zu drei Jahren Haft ahndet.

Im November 1958 schließlich stellt der sowjetische Staatsführer Nikita Chruschtschow den Westmächten ein Ultimatum: Er fordert sie auf, Verhandlungen über einen Friedensvertrag aufzunehmen und West-Berlin zur „Freien Stadt“ zu machen. Dies bedeutet nicht nur eine politische Anerkennung der DDR und damit eine Anerkennung der Teilung Deutschlands, sondern auch einen Abzug der Westmächte aus West-Berlin und eine Ende der Fluchtbewegung von Ost nach West. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich lassen sich auf das Ultimatum nicht ein. Chruschtschow setzt es daraufhin aus, erneuert es aber später wieder.

 

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